Ist Heizen mit Holz umweltfreundlich?

Die Verbrennung von Holz ist ein chemischer Prozess, welcher der Verrottung von Holz in der Natur ähnlich, jedoch weitaus schneller ist. Bei einwandfreiem Vorgehen ist das Heizen mit Holz daher die umweltverträglichste Heizmethode.

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Zu Brandholz wird jenes Holz verarbeitet, das für eine industrielle Weiterverarbeitung nicht geeignet ist. Würde es nicht verheizt, würde das Holz im Wald langsam verrotten. Deshalb ist Heizen mit Holz umweltneutral. Ein Raummeter Buche oder Eiche, luftgetrocknet, entspricht der Heizleistung von über 200 Litern Heizöl.

Je nach Holzart sind die Heizwerte unterschiedlich. Nadelholz sollte wegen seines hohen Harzanteils, der zur Rußbildung neigt, in Kaminöfen nicht verheizt werden.

Wichtig: Kaminöfen müssen den Räumlichkeiten angepasst werden, um optimale Leistung bringen zu können. Die Regel sagt: Pro KW Heizleistung können bei einer Deckenhöhe von 2,50 Metern etwa acht bis zehn Quadratmeter Wohnfläche beheizt werden. 

Holz – Scheite oder Pellets?

Heizen mit Holz ist bei richtiger Anwendung eine der umweltverträglichsten Heizmethoden – das gilt sowohl für Holzscheite als auch für die handlichen Pellets.

Als nachwachsender Rohstoff wird Holz nur dann zu Brandholz verarbeitet, wenn es für eine industrielle Weiterverarbeitung nicht geeignet ist. Würde es nicht als Brennholz genutzt, bliebe nur die langsame Verrottung im Wald. Daher ist Heizen mit Holz – ob als Scheit oder Pellet – eine umweltneutrale Methode.

Wieviel Wärme entsteht beim Heizen mit Holz?

Ein Raummeter Buche oder Eiche entspricht der Heizleistung von über 200 Litern Heizöl. Bedingung hierfür ist, dass das Holz den richtigen Trocknungsgrad hat und somit am besten im Winter geschlagen und zwei Jahre gelagert ist. Dabei sollte das Holz Luft bekommen und nur oben durch eine Abdeckung vor Regen und Schnee geschützt werden. Bis zu 900 Grad Hitze entstehen dann in einem Holzfeuer. Für einen optimalen Verbrennungsprozess ist die richtige und ausreichende Zufuhr von Sauerstoff entscheidend. Primärluft beim Anzünden des Kamins und Sekundärluftzufuhr während der Brennphase schaffen die richtigen Voraussetzungen und garantieren nachhaltige Wärme zu umweltfreundlichen Bedingungen.

Profitiert auch der Garten vom Heizen mit Holz ?

Nur 0,2 bis 2 Prozent des Holzes bleiben nach dem Verbrennungsprozess als Asche übrig. Ist diese hellgrau oder weiß, ist das ein Zeichen optimaler Verbrennung und zugleich gut für den Garten: Die Asche von Natur belassenem und stückigem Scheitholz enthält Mineralien und ist daher zum Düngen geeignet.

Viel Wärme für wenig Geld ?

Ein Raummeter Holz entspricht etwa 525 kg und kostet (je nach Bundesland) um die 60 bis 80 Euro. Mit dem kg-Preis von ca. 15 Cent kann ein 32 m² großer Raum etwa eine Stunde lang beheizt werden.

Pellets – sauber und bequem?

Wer es sauber und bequem haben will, für den sind Pellets die erste Wahl. Pellets bestehen aus gepresstem Holz – 6 bis 8 mm dick und bis zu 4 cm lang. Ausgangsstoffe sind Sägemehl, Säge- und Hobelspäne oder sonstige Überreste, die bei der Holzverarbeitung anfallen. Mit hohem Druck werden diese Reste gepresst und in Form gebracht.

Was kosten Pellets?

Ein Kilo Pellets entspricht dem Heizwert von einem halben Liter Heizöl. Die Kosten liegen jedoch deutlich unter denen der flüssigen Konkurrenz sowie auch von Gas. Im Vergleich zu Holz sind Pellets leichter handhabbar, aufgrund der notwendigen Verarbeitungsschritte jedoch teurer – dafür jedoch praktischer in der Handhabung.

Pellets: Umweltfreundlich wie pures Holz?

Die Verbrennung von Pellets läuft CO2-neutral ab. Verbrennen Pellets, so wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie der Baum beim Wachstum zuvor aufgenommen und eingelagert hat. Geringer als bei Öl und Gas ist ebenfalls der bei einer Verbrennung entstehende Schwefeldioxidausstoß. Da dieses Gas maßgeblich zur Bildung von saurem Regen beiträgt, leistet die Pellets-Verbrennung einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Wälder. Darüber hinaus wirkt sich die Produktion von Pellets positiv auf die Strukturen der Herkunftsregion aus, da mit ihr Arbeitsplätze von der Forstwirtschaft bis in den Dienstleistungssektor langfristig geschaffen und gesichert werden.
Ob Holzscheit oder Pellets – am Ende auch eine Frage des ganz persönlichen Geschmacks.

Wie funktionieren Kaminöfen?

Wurden früher häufig offene Kamine genutzt, liegen heute funktionalere und technisch fortschrittlichere geschlossene Kamine im Trend. Der weiterhin sichtbare Feuerraum ist durch eine feuerfeste Glasscheibe vom Wohnraum getrennt. Das bedeutet höhere Sicherheit und mehr Effizienz. Sprühende Funken werden sicher im Feuerraum gehalten. Insbesondere Kinder und Tiere sind so geschützt und kommen ebenfalls in den Genuss der wohligen Wärme des Kamins.

Das angenehme Raumklima, das ein guter Kaminofen jedem anderen Heizsystem voraus hat, entsteht durch das perfekte Zusammenspiel von Strahlungswärme und Konvektionswärme. Die Strahlungswärme des Feuers wird über das Sichtglas und den Ofenmantel an die Umgebung abgegeben. Konvektionswärme wird über Luftströme geleitet und erwärmt sehr rasch den umgebenden Raum.

Was sind die Vorteile von Speicheröfen?

Heizen mit Speicheröfen ist nachhaltig und spendet auch viele Stunden nach dem Brennvorgang noch spürbare Wärme.
Speicheröfen haben eine geringe Luft- und Staubzirkulation. Als Brennstoff dient ihnen der nachwachsende Rohstoff Holz.

Hier einige Vorteile auf einen Blick:

  • Wärmelangzeit-Speicherung
  • Angenehme Strahlungswärme
  • Geringe Luft- und Staubzirkulation
  • Geeignet für Allergiker
  • Geringer Wartungsaufwand
  • Große Speichermasse
  • Zeitverzögerte Wärmeabgabe

Welche Funktion hat ein Unter­druck­sicher­heits­abschal­ter (P4 Wächter)?

Immer mehr Häuser und Wohnungen werden heute in sehr dichter Bauweise erstellt und arbeiten mit einer automatischen Be- und Entlüftungsanlage. Bei einem möglichen Defekt der Lüftungsanlage kann es zu einer Störung der Strömung im Schornstein kommen. Dafür wurde der Unterdrucksicherheitsabschalter entwickelt, der über eine Messung des Differenzdrucks zwischen Raum und Schornstein das Problem erkennt und die Lüftungsanlage aus Sicherheitsgründen abschaltet.

Was versteht man unter einer raumluftunabhängigen Feuerstätte?

Ein raumluftunabhängiger Betrieb der Feuerstätte ist zum Beispiel durch einen zweizügigen Schornstein für Abgas- und Zuluftführung gewähreistet. Zusätzlich sind raumluftunabhängige Feuerstätten besonders gut abgedichtet um das Austreten von Rauchgasen auszuschließen. Sie verfügen über eine selbstschließende, besonders dichte Türe. Somit werden sie den besonderen Anforderungen zur Verwendung in Niedrigenergiehäusern gerecht.

Wann braucht man einen Fensterkontaktschalter?

Der gemeinsame Betrieb von Abluft-Dunstabzugshauben mit kamingebunden Feuerungsstätten ist nur dann erlaubt, wenn stets für einen ausreichenden Frischluftnachschub gesorgt wird. Um das Risiko eine Kohlenmonoxidvergiftung nicht einzugehen, ist die ideale Lösung der Einbau eines Fensterkontaktschalters. Der Kontakt-Schalter, der am Fenster montiert ist, gibt den Arbeitsstrom zur Dunstabzugshaube nur dann frei, wenn das Fenster geöffnet ist. Bei geschlossenem Fenster ist ein Betrieb der Dunstabzugshaube nicht möglich.

Was ist ein Dauerbrandofen?

Der Begriff “Dauerbrand” ist in diesem Zusammenhang häufig Quelle der Verwirrung.
Die Annahme, dass ein Dauerbrandofen andauernd brennen könne oder müsse, ist falsch. Vielmehr stammt der Begriff “Dauerbrand” aus den Prüfungsvorgaben für Kohleöfen.

Ein möglicher 24h-Betrieb wird mit dem Begriff “Dauerbetrieb” gekennzeichnet und trifft sowohl für Dauerbrandöfen als auch für Zeitbrandöfen zu.
Ein Dauerbrandofen muss bei der Verbrennung von Kohle mit einer vorgegebenen Nennwärmeleistung mindestens 4 Stunden lang die Glut halten können, um als solcher benannt zu werden. Dieser Zeitraum der gehaltenen Nennwärmeleistung nennt sich “Dauerbrand”.

Der Dauerbrandofen ist ein Kaminofen, welcher primär für die Verbrennung von Kohle geeignet ist und über eine sogenannte Kohlezulassung verfügt. Dieser Kaminofen ist weniger für die Verbrennung von Holz geeignet. Die Priorität der Kohleverbrennung ist anhand einer Gussmulde erkennbar, welche im Brennkammerboden eingelassen ist. Diese Gussmulde ist eine trichterförmige Vertiefung. Diese Kuhle oder Mulde bildet das Nest, welches die Kohle benötigt, um optimal abzubrennen und bei Bedarf automatisch nach zu rutschen. Hierbei ist es unabdingbar notwendig, dass von unten durch den Rost Verbrennungsluft zugeführt wird. Grundsätzlich kann ein Dauerbrandofen auch mit Holz befeuert werden, allerdings erreicht er normalerweise nicht die optimalen Verbrennungswerte.

Was ist ein Zeitbrandofen?

Für die optimale Verbrennung von Holz ist eher der Zeitbrandofen geeignet, denn dies ist der klassische, mit Scheitholz betriebene Kaminofen.
Ein Zeitbrandofen ist ein Ofen mit einer Zulassung für den Holzabbrand, aber auch er kann rund um die Uhr betrieben werden. Der Begriff “Zeitbrand” resultiert wiederum aus den Prüfungskriterien für den Holzabbrand. Hier muss der Ofen über einen Zeitraum von mindestens 45 Minuten bei Glut die Nennwärme halten. Auch wenn diese Öfen für den Holzabbrand optimiert sind, können sie zur Gluthaltung auch noch mit Briketts bestückt werden.

Die Begriffe “Dauerbrand” oder “Zeitbrand” haben also nichts damit zu tun, wie lange ein Ofen brennen kann oder muss. Sollten Sie einen Ofen sehen, dessen Brenndauer bereits durch Herstellervorgaben begrenzt wird, so ist dies ein Zeichen dafür, die Finger von diesem Ofen zu lassen

Häusliche Feuerstätten in 2017 stillegen, nachrüsten oder austauschen?

Häusliche Feuerstätten: Jetzt wird es ernst

Ältere Geräte müssen stillgelegt oder nachgerüstet werden

Bald sollen weniger Abgase aus hei­mischen Öfen in die Luft geblasen werden.
2017 ist für viele Besitzer eines Kachelofens, Kaminofens oder Heizkamins ein besonderes Jahr. Denn sie müssen ihrem Schornsteinfeger gegenüber den Nachweis erbringen, dass ihre Feuerstätte die Anforderungen der Ersten Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (1. BImSchV) erfüllt. Immerhin sind davon bundesweit 15 Millionen Haushalte betroffen.

Bestandsschutz für derzeit ­erhältliche Geräte
Moderne Feuerstätten erfüllen die schärferen Anforderungen ohne Probleme. Sie haben Bestandsschutz und dürfen auch zeitlich unbeschränkt weiterbetrieben werden. Um ganz sicher zu gehen, sollte man beim Kauf einer neuen Feuerstätte auf die Hersteller-Bescheinigung achten, aus der dies klar hervorgehen muss.

Altöfen zuerst an der Reihe
Bei Öfen aus den 70er und 80er Jahren sieht das jedoch anders aus. Hier muss in vielen Fällen ein Filter nachgerüstet oder gleich das ganze Gerät ausgetauscht werden.

Geräte, deren Typprüfung (also die Prüfung, die erfolgt, wenn das Gerät in Verkehr gebracht wird) 1975 oder früher erfolgt ist, droht schon Ende 2014 das Aus. Sie müssen als Erstes die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Dabei halten sie vielfach die Emissions­gren­zen für Feinstaub und Kohlenmonoxid nicht ein, und nicht alle lassen sich nachrüsten, oder eine Nachrüstung wäre zu teuer.

Fristen für jüngere Feuerungsanlagen
Für alle anderen Betreiber eines Kaminofens, Kachelofens oder Heizkamins gilt: Bei der Feuerstätten-Schau 2013 muss das Jahr der Typprüfung ermittelt werden. Danach richtet sich, bis wann auch sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen müssen: 2017 enden die Fristen für Feuerungsanlagen der Jahrgänge bis 1984.

Drei Jahre später folgen die Geräte mit Typprüfungen bis 1994. Und 2024 schließlich all jene Öfen, die vom 1. Januar 1995 bis zum 21. März 2010 geprüft wurden.

Grundsätzlich schreibt die neue Kleinfeuerungsanlagenverordnung erstmals vor, dass von Geräten, die vor Inkrafttreten der Verordnung im März 2010 bereits installiert waren, maximal 0,15 g Staub/m3 Luft und 4 g Kohlenstoffmonoxid/m3 Luft emittiert werden dürfen.

Ausnahmen
Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich nicht-gewerblich genutzte Herde und Backöfen, offene Kamine und Grundöfen sowie Einzelraum-Feuerungsanlagen, die vor 1950 errichtet wurden oder die in Wohneinheiten betrieben werden, deren Wärme­ver­sorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt.

Viele Ofenbesitzer müssen dieses Jahr belegen, dass ihre Feuerstätte die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Online-Datenbank hilft weiter
Dem Schornsteinfeger gegenüber den erforderlichen Nachweis zu erbringen, ist nicht schwer. Hierfür hat der Industriever­band Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) ge­mein­sam mit den Herstellern eine Online-Datenbank aufgebaut, die auf dem Verbraucher-Portal www.ratgeber-ofen.de einsehbar ist (Klick auf „Service“ und „Datenbank“).

Dort lässt sich über eine Suchfunktion für jedes einzelne Modell ermitteln, ob es den Anforderungen der 1. BImSchV entspricht. Ist das Modell aufgelistet, ist damit auch bereits der Nachweis erbracht – was auch das Bundesumweltministerium sowie die Umweltministerien der Länder dem HKI gegenüber bestätigt haben. Alternativ gibt es aber auch die Möglichkeit, den Nachweis beim Hersteller zu erhalten.

Durch Austausch Umwelt schützen
„Wenn ein Kaminofen schon 40 Jahre oder länger in Betrieb ist“, so Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI, „sollte ohnehin über einen Austausch nachgedacht werden. Denn die Verbrennungstechnik hat in der Zwischenzeit große Fortschritte erzielt: Nicht nur das Emis­sionsverhalten, auch der Wirkungsgrad der Feuerstätten – und somit ihr Brennstoffver­brauch – haben sich seitdem deutlich ver­bessert.

Wer also sein altes Heizgerät in den wohlver­dien­ten Ruhestand schickt, hilft nicht nur dem Klima und der Umwelt. Er entlastet auch dauerhaft seine Haushaltskasse.“

Ein moderner Kaminofen, der eine veraltete Feuerstätte aus dem Jahr 1975 ersetzt, hilft Feinstaub und andere Schadstoffe um bis zu 85 % zu reduzieren. Die neuen Geräte sind demnach deutlich sparsamer, effizienter und emissionsärmer als ihre Vorgänger.

Deswegen setzt sich der HKI für mehr steuerliche Anreize und staatliche Förderprogramme ein, um den Austausch von Altgeräten zu beschleunigen. Denn mit der von der Politik einvernehmlich beschlossenen Energiewende rückt auch die CO2-Belastung erneut in den Vordergrund.

„Das Heizen mit Holz ist nach wie vor eine sehr verantwortungsvolle und von der Bundesregierung erwünschte Form der Energiegewinnung“, so Kienle. „Der nachwachsende Rohstoff ist gleichermaßen ökonomisch wie ökologisch vorteilhaft und stellt – dank seiner CO2-neutralen Verbrennung – einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar.“

Quelle: HKI, Industrieverband Haus-,Heiz und Küchentechnik e.V.